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Pressemitteilung

Sichere und sozial gerechte Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erhalten –

Pharmazeutinnen begrüßen den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit.

Ein Arzneimittel ist keine gewöhnliche Ware. Wer sie benötigt, möchte sich auf den fachlichen und menschlichen Rat in der Apotheke verlassen können. Rund um die Uhr sind  Apotheken für die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung geöffnet, 70% der Apotheker in den öffentlichen Apotheken sind Frauen.

Der Arbeitskreis Frauen in der Pharmazie im Deutschen Akademikerinnenbund begrüßt deshalb ausdrücklich den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zum Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Nur so kann der hohe und soziale Standard unseres Gesundheitssystems erhalten und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig werden damit viele Arbeitsplätze in Deutschland erhalten.

Die Krankenkassen haben bereits angekündigt, mit Versandhandelsapotheken Lieferverträge abschließen zu wollen, um Kosten zu sparen. Die vermeintlichen Vorteile des Versandhandels verkehren sich schnell in das Gegenteil, wenn Arzneimittel kurzfristig benötigt werden und Überlegungen stattfinden, dass Patienten auf dem Land sogar höhere Preise für ihre Versorgung bezahlen sollen Das verstärkt die Tendenz zur Inanspruchnahme des Versandhandels.

Noch haben wir die ortsnahe Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Was ist, wenn am Wochenende eine Mutter für ein hochfieberndes Kind dringend ein Antibiotikum benötigt? - schickt dann Doc Morris sie per Express oder mit einer Drohne? Und wer berät die besorgte Mutter? Spätestens dann wird man die erfahrene Apothekerin vor Ort vermissen.

 

Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit

Entwurf eines Gesetzes zum Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln

Der Referentenentwurf eines Gesetzes zum Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist der effektivste Weg, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, die aufgrund des Urteils des EuGHs zulasten der Arzneimittelversorgung der deutschen Bürgerinnen und Bürger zuentstehen drohen.

In den bundesdeutschen Haushalten sind es in der Regel Frauen, die in Gesundheitsfragen zum Wohle ihrer Familie entscheiden und auf eine wohnortnahe Beratung angewiesen sind. Es kommt hinzu, dass über 70% der Pharmazeuten weiblich sind und hauptsächlich in der wohnortnahen Apotheke arbeiten. Sie haben Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, sollte der Umsatz der Apotheken mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln durch Preisfreigabe, Ausschreibungen von Krankenkassen mit gezielter Steuerung von insbesondere chronisch Kranken zu einzelnen Versandapotheken oder Höchstpreise mit packungsunabhängigen Pauschalen kaum mehr kalkulierbar sein oder ganz wegbrechen. Ca. 60% des Umsatzes einer wohnortnahen Apotheke wird mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erzielt.

Zur Sicherstellung des Behandlungserfolges und zur Vermeidung von Folgeerkrankungen sind Patienten dringend auf eine umfassende persönliche Beratung zu ihren Arzneimitteln angewiesen.

Der DAB PHA spricht sich deshalb dafür aus, diesen Weg konsequent zu verfolgen und durch den Gesetzentwurf noch weiter zu präzisieren. Um die Qualität der Versorgung der Patientinnen und Patienten durch Apotheken zu sichern und weiter zu verbessern, schlagen wir vor, zusätzlich zu den Änderungen im Referentenentwurf, den §2a Qualitätsmanagementsystem der Apothekenbetriebsordnung zu erweitern, und dort die Zustellung von Arzneimitteln durch Personal der Apotheke als integralen Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems von Apotheken festzuschreiben.

Bestehende Gesetzgebung

Stellungnahme des DAB PHA

Apothekenbetriebsordnung

Apothekenbetriebsordnung

§ 2a Qualitätsmanagementsystem

(1) Der Apothekenleiter muss ein Qualitätsmanagementsystem entsprechend Art und Umfang der pharmazeutischen Tätigkeiten betreiben. Mit dem Qualitätsmanagementsystem müssen die betrieblichen Abläufe festgelegt und dokumentiert werden. Das Qualitätsmanagementsystem muss insbesondere gewährleisten, dass die Arzneimittel nach Stand von Wissenschaft und Technik hergestellt, geprüft und gelagert werden und dass Verwechslungen vermieden werden sowie eine ausreichende Beratungsleistung erfolgt.

 

§ 2a Qualitätsmanagementsystem

(1) Der Apothekenleiter muss ein Qualitätsmanagementsystem entsprechend Art und Umfang der pharmazeutischen Tätigkeiten betreiben. Mit dem Qualitätsmanagementsystem müssen die betrieblichen Abläufe festgelegt und dokumentiert werden. Das Qualitätsmanagementsystem muss insbesondere gewährleisten, dass

1. die Arzneimittel nach Stand von

Wissenschaft und Technik hergestellt, geprüft und gelagert werden,

2. Verwechslungen vermieden werden,

3. eine ausreichende Beratungsleistung erfolgt,

4. die Zustellung durch Personal der Apotheke geregelt ist.

 

Für den DAB PHA: Annette Dunin v. Przychowski, przychowski@web.de

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